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Stiftung Jemenhilfe Deutschland


Jemen-Kinderhilfe Aichach e.V.


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Zwischenbericht 2021

Aichach, im Juni 2021

Liebe Freundinnen und Freunde,

auch dieses Jahr steht es noch in den Sternen, ob wir eine ordnungsgemäße Mitgliederversammlung abhalten können oder nicht. Ins Auge gefasst haben wir den 8. August. Wir werden alle Mitglieder noch rechtzeitig per Post einladen.

Die Lage im Jemen ist nach wie vor entsetzlich. Die Huthis, die einen Großteil des Landes besetzt haben, haben den Kampf um Marib aufgenommen. Dort befindet sich ein großes Flüchtlingslager der Jemeniten. Die Menschen dort haben kaum eine Chance den Jemen zu verlassen. Die Wege nach Saudi-Arabien und nach Oman sind versperrt. Beide Länder lassen keine Jemeniten in ihr Land. Über den Golf von Aden oder das Rote Meer ist ebenfalls kein Entkommen. Dies mag auch der Grund sein, warum man hier in Deutschland nichts über jemenitische Flüchtlinge und den „Vergessenen Krieg" hört.
Laut UNHCR handelt es sich im Jemen um die größte Not weltweit seit 100 Jahren. Nach wie vor stirbt alle 10 Minuten ein Kind an den Folgen des Hungers.

Auch unser Arzt Dr. Arafat (Sohn von Scheich Sadeq) hat mich um Hilfe für Menschen aus der Region Al Mihlaf (Standort unseres Krankenhauses) gebeten, weil ständig unterernährte Kinder zu ihm gebracht wurden. Er hat mit drei Mitarbeitern des Krankenhauses Familien in der Umgebung besucht. Ich bekam eine Liste von 300 Not leidenden Familien. Leider musste ich selektieren. Ich habe Witwen mit Kindern, Behinderte, Kranke und Unable (amputierte Kriegsverletzte) ausgesucht. Es sind 391 Menschen, davon 321 Kinder, die jetzt jeden Monat Grundnahrungsmittel in Form von Reis, Bohnen, Mehl, Zucker und Oel bekommen. Organisiert und dokumentiert wird alles von einigen unserer Jungs inTaiz, wo weitere 120 Menschen von uns versorgt werden.

Leider konnte wegen Corona der Ausbau unseres Kinderhauses nicht weitergeführt werden. Ali unser Verantworlicher lässt aus Sicherheitsgründen keine Handwerker ins Haus.
Dennoch planen wir eine Nähstube für unsere Frauen und Mädchen einzurichten. Sie wollen arbeiten. Ali weigert sich einen geigneten Raum in der Nähe zu suchen, weil es für die Frauen zu gefährlich ist das Haus zu verlassen. Ich habe inzwischen mit Hilfe eines Mitgliedes Schnittmuster von Masken nach Taiz gemailt. Ali hat eine Nähmaschine gekauft und eine Ecke zur Herstellung der Masken im Haus gefunden. Zunächst wollen sie für den eigenen Bedarf nähen, dann aber auch für den Verkauf auf dem Markt. Sie wollen endlich wieder selbstständig und unabhängig werden.
Ja, Corona grassiert auch im Jemen. Dr. Arafat ist abgeordnet zwei Tage pro Woche in einem Corona-Isolierzentrum zu arbeiten. Dort gibt es 25 Betten. Es kommen jedoch viel mehr Patienten, die nicht aufgenommen werden können und die zum Teil auf der Straße sterben. Auch gibt es nicht einmal genügend Sauerstoff für alle Patienten im Zentrum.
Ich bin jedoch froh, dass Dr. Arafat letzte Woche geimpft werden konnte. Er versucht Impfstoff für unsere Mitarbeiter aufzutreiben.
In Taiz sind die Schulen wegen Corona geschlossen. Gott sei Dank sind alle Bewohner unseres Hauses noch wohlauf.

Ihnen möchte ich ganz herzlich danken. Ohne Ihre Zuwendungen wäre alles nicht möglich! Wir wissen, dass unsere Hilfe nur ein Tropfen auf einem sehr heißen Stein ist, aber: „
Es ist Hilfe, die ankommt und unmittelbar wirkt".

Viele Grüße
Aenne Rappel
Für den Vorstand